Welche Erkrankungen gibt es?

Zu jeder Erkrankung gibt es eine Diagnose. Diagnosen versuchen eine Antwort auf die Frage: "Was hat die erkrankte Person?" zu geben.

Menschen aus dem Gesundheitsbereich, wie Ärzt*innen, Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen erstellen Diagnosen mit Hilfe eines bestimmten Diagnoseverzeichnisses.
In diesem Verzeichnis sind die Erkrankungen anhand von Krankheitszeichen (den sogenannten Symptomen) aufgelistet. Eine Diagnose darf nur dann gestellt werden, wenn bei der erkrankten Person eine bestimmte Mindestanzahl an Krankheitszeichen vorhanden ist.

Außerdem müssen diese Krankheitszeichen auch immer über einen längeren Zeitraum vorliegen. Es reicht also für eine Diagnose nicht aus, wenn ein Krankheitszeichen aus dieser Liste nur für einen Tag vorliegt.

Schizophrenie

Es gibt verschiedene Formen der Schizophrenie. Bei dieser Erkrankung sind meist das Denken, die Wahrnehmung und das Sprechen gestört.

Oft äußert sich das in Wahnvorstellungen. Das bedeutet, dass Betroffene die Umgebung als böse und feindselig erleben. Beispielsweise können sie davon überzeugt sein, dass in Autos Geheimdienstleute sitzen und sie beschatten. Als Kind erkennt man dann, dass da niemand ist, und denkt, das eigene Elternteil phantasiert. Die Betroffenen erleben es aber als wirklich. Tatsächlich finden in deren Köpfen andere Prozesse statt, die dazu führen, dass sie das, was sie sich einbilden, als Realität erleben.

 Schizophrenie kann auch bedeuten, dass Betroffene Halluzinationen haben, also z.B. Stimmen hören, wo keine Stimmen sind. Es kann auch passieren, dass sie Dinge sehen, die nicht vorhanden sind. Die Sinneswahrnehmung ist gestört.

Auch die Gefühle und die Stimmung können bei dieser Krankheit verändert sein. Es kann vorkommen, dass der Körper stark zittert oder erstarrt wirkt. Zusätzlich passiert es oft, dass die erkrankte Person keine Kraft mehr verspürt, etwas zu tun und zu unternehmen. Das Interesse an Aktivitäten schwindet sehr. 

Bipolare Störung

Die bipolare Störung ist eine Störung, bei der der Mensch einmal "himmelhoch jauchzend" (manisch) und ein anderes Mal "zu Tode betrübt" (depressiv) ist.

Zunächst einmal gibt es da die Manie

In der Manie haben Betroffene eine enorme Energie, wollen weniger schlafen und scheinen bestens gelaunt. Sie haben einen starken Rededrang und kommen dabei vom „Hundertsten ins Tausendste“. Es kann auch vorkommen, dass Betroffene „größenwahnsinnig“ wirken, indem sie davon überzeugt sind, alles gleichzeitig erledigen zu können und mehr Geld ausgeben, als die Familie tatsächlich hat.

Typischerweise haben Betroffene dabei nicht das Gefühl, dass etwas schief läuft, sondern fühlen sich einfach nur blendend und voller Tatendrang.

Dann gibt es die Depression

In einer depressiven Phase kippt die Stimmung ins Gegenteil.

Betroffene fühlen sich sehr niedergeschlagen, haben wenig Appetit, sind körperlich schwach, empfinden keine Lust, etwas zu unternehmen und liegen viel im Bett, obwohl sie manchmal kaum schlafen können. Oft haben depressive Menschen das Gefühl, nichts mehr wert zu sein, zweifeln an sich selbst, sind sehr ängstlich, fühlen sich hilflos, haben keine Hoffnung und meinen, sie seien an allem schuld, was in ihrer Umgebung schief läuft.

Das kann man ihnen dann auch nicht ausreden. Glückliche und gute Gefühle verspüren sie nur selten. Auch die Konzentrationsfähigkeit ist eingeschränkt. Bei einer schweren Depression kann es sogar sein, dass alltägliche Tätigkeiten, wie Körperpflege, Einkaufen, Essen machen und Abwaschen, nicht mehr möglich sind. 

Persönlichkeitsstörung

Personen mit einer Persönlichkeitsstörung schaffen es häufig nicht, stabile Beziehungen zu anderen Menschen zu pflegen.

Das liegt vor allem daran, dass sie ein sehr geringes Selbstwertgefühl haben. Die Art und Weise, wie sie sich selbst sehen, über sich denken und welche Gefühle sie zu sich selbst haben, schwankt enorm. Normalerweise kann ein Mensch einigermaßen einschätzen, wer er ist, was er sich zutrauen kann und welches Verhältnis er zu anderen Menschen hat. Normalerweise kann ein Mensch sich selbst auch halbwegs treffend beschreiben. Diese Fähigkeiten fehlen jemandem mit einer Persönlichkeitsstörung.

Es kann vorkommen, dass er sich völlig überschätzt, über die Maßen in sich selbst verliebt ist und sich dabei Anderen gegenüber sehr abwertend verhält. Es kann aber auch sein, dass er überaus hilflos ist und große Angst davor hat, verlassen zu werden.

Gleichzeitig leidet der Betroffene unter allzu großer Nähe. Bei dieser Erkrankung kann der Mensch in einem Moment liebenswürdig und im nächsten Moment sehr wütend sein. Er ist selten in der Lage, Kritik und andere Meinungen auszuhalten und meint oft, dass andere Personen entweder total gut oder total böse sind. 

Zwangserkrankung

Es gibt verschiedene Zwangserkrankungen.

Eine sehr häufiger Zwang ist der Reinlichkeitszwang. Das Verhalten ist nicht mehr spontan und frei. Betroffene fühlen sich gezwungen, ständig alles und jeden sauber zu halten. Das Verhalten empfinden sie selber als anstrengend und sie wissen, dass es übertrieben ist. Jedoch ist die Angst vor einem drohenden Unheil größer. Beispielsweise kann es sein, dass Betroffene große Angst haben, dass was passieren könnte, wenn etwas nicht oder nur mangelhaft gereinigt oder geputzt wurde.

Wenn Betroffene nicht sofort ihre Zwänge ausleben können, wächst eine enorme Anspannung in ihnen an.

Es gibt auch andere Zwänge wie z.B. das ständige Kontrollieren von Herdplatten, Türschlössern, Papieren oder den Zwang, Dinge permanent zu berühren oder eben nicht zu berühren. Es kann auch vorkommen, dass jemand alle beweglichen Sachen, die er sieht, in einer bestimmten Art und Weise ordnen bzw. stellen muss. Auch verbale Zwänge gibt es. Dabei wiederholt der Mensch bestimmte Sätze, Melodien oder Ausdrücke.