Was kann bei Erkrankungen getan werden?

Ja, man kann psychische Erkrankungen behandeln. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Therapie:

Medikamente

Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die meistens von einem Arzt oder einer Ärztin für psychische Krankheiten, einem*einer Psychiater*in, verschrieben werden.

Diese Medikamente können helfen, dass der*die Patient*in sich wieder besser fühlt und sich das Verhalten stabilisiert. Es gibt aber auch Nebenwirkungen, die sehr stören können. Manche Menschen zittern dann mehr oder nehmen stark zu. Es ist wichtig, dass sich der*die Patient*in mit den Medikamenten einigermaßen wohl fühlt, sonst werden Medikamente oft nicht eingenommen.

Psychotherapie

Dein Vater/deine Mutter kann regelmäßig zu einem*einer Psychotherapeut*in gehen.

Der*die Therapeut*in kennt sich gut mit psychischen Krankheiten aus. Sein oder ihr Beruf ist es, mit Menschen zu sprechen, denen es seelisch nicht gut geht. Er*sie kann deinem Vater/deiner Mutter dabei helfen, sich wieder stärker zu fühlen und den Anforderungen im Leben besser gewachsen zu sein.

Selbsthilfe

Dein Vater/deine Mutter kann andere Menschen treffen, die die gleiche Krankheit haben, und mit ihnen darüber reden. Oft hilft es, wenn man weiß, dass man nicht alleine ist mit dem, was man erlebt. Diese Gruppen nennt man Selbsthilfegruppen.

Krankenhaus

Wenn sich dein erkrankter Elternteil sehr schlecht fühlt, dann hat er die Möglichkeit ins Krankenhaus (Abteilung Psychiatrie) zu gehen und dort für einige Zeit zu bleiben, um wieder zu Kräften zu kommen.

Im Spital passieren in der Regel mehrere Dinge gleichzeitig: Man bekommt Medikamente, führt Gespräche mit Ärzt*innen bzw. Psychotherapeut*innen und bekommt, soweit nötig, Unterstützung bei den täglichen Erledigungen wie Essen und Körperpflege.

Rehabilitation

Schließlich gibt es die Chance, nach einer längeren Krankheitsphase Kurse und Gruppentreffen (Malen, Musizieren, Handwerk, Bewegung) zu besuchen, in denen Betroffene unterstützt werden, körperlich und seelisch wieder gesund zu werden.

Wenn man sich noch zu unsicher fühlt, wieder die meiste Zeit zu Hause auf sich selbst gestellt zu sein, dann kann man auch für ein paar Wochen nur tagsüber in die Klinik gehen und dort Therapien in Anspruch nehmen. Diesen „Wiederaufbau“ nennt man Rehabilitation.

Es ist uns wichtig dir zu sagen, dass es nicht deine Aufgabe ist, dass es deinem Elternteil besser geht. Dafür gibt es Ärzt*innen und Psycholog*innen. Dein Verhalten hat keinen Einfluss darauf, ob dein Vater oder deine Mutter gesünder oder kränker wird.