Neue Selbsthilfegruppe für junge Erwachsene im Herbst

Bei veRRückter Kindheit in der Beratungsstelle in Wien startet im Herbst 2018 eine Selbsthilfegruppe für junge Erwachsene (18 - 30 Jahre), deren...

Beitrag lesen »

Alle News-Beiträge anzeigen
 

kurz & bündig

Was ist eine psychische Erkrankung?

Bei einer körperlichen Erkrankung ist z.B. das Bein gebrochen, die Haut gerötet oder der Magen entzündet. Diese Krankheiten kann man sehen oder doch meistens einem bestimmten Teil des Körpers zuordnen. Wenn jemand psychisch krank ist, verhält er sich anders als ein gesunder Mensch. Er denkt, fühlt oder handelt in einer Weise, über die wir uns sehr wundern.

Manchmal kann es sein, dass uns dieses Verhalten auch Angst macht, uns Sorgen bereitet oder auch wütend macht. Bei einer psychischen Erkrankung hat der erkrankte Mensch häufig extreme Gefühle und manchmal sehr eigenartige Gedanken, die wir schwer verstehen können.

Einige Menschen leiden unter ihrem Zustand und spüren, dass etwas nicht in Ordnung ist. Andere können die Störungen bei sich nicht erkennen und glauben daher auch nicht, krank zu sein.

Zum Seitenanfang

Woran ist eine psychische Erkrankung erkennbar?

Oft ist es nicht so einfach, eine psychische Erkrankung zu erkennen. Es ist Aufgabe einer Ärztin oder eines Psychologen eine psychische Erkrankung zu erkennen und zu diagnostizieren. Wenn deine Vater oder deine Mutter psychisch erkrankt ist, merkst du vielleicht anfänglich, dass etwas nicht stimmt – dass sich etwas verändert (hat). Die erkrankte Person zeigt ein seltsames Verhalten, das dich verunsichert.

Folgende Punkte können ein Hinweis darauf sein, dass dein Elternteil psychisch erkrankt ist. Aber: es kann unterschiedliche Ursachen für dieses Verhalten geben und muss nicht heißen, dass es sich um eine psychische Krankheit handelt! In jedem Fall ist es gut, dich an eine Person zu wenden, der du vertraust. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass du dir Unterstützung in Form von Beratung holst. Beratungsstellen findest du im Bereich Für mich.

Folgende Punkte könnten ein Hinweis auf eine Erkrankung sein (bitte setzt Vater oder Mutter dort ein, wo es für dich passt):

  • Dein Vater zieht sich immer mehr zurück. Er verlässt das Haus nicht mehr und liegt den ganzen Tag im Bett. Er schafft es nicht, arbeiten zu gehen oder sich um Dinge im Haushalt zu kümmern.
  • Deine Mutter wirkt traurig und erschöpft. Sie redet nur noch wenig oder gar nichts mehr.
  • Es kommen kaum mehr Freunde deiner Eltern zu Besuch. Deine Mutter oder dein Vater will niemanden mehr einladen und trifft sich auch sonst nicht mehr mit anderen Menschen.
  • Deine Mutter hat Schlafstörungen: Am Abend kann sie nicht einschlafen, ist dann bis in die Nacht wach und am nächsten Tag müde und sehr erschöpft.
  • Dein Vater hat sehr starke Stimmungsschwankungen. In einem Moment ist er gut gelaunt und glücklich. Dann wieder ist er sehr traurig, wirkt nicht interessiert und möchte nur in Ruhe gelassen werden. Oder vielleicht schwankt die Stimmung sehr schnell zwischen gut gelaunt und gereizt oder aggressiv.
  • Deine Mutter ist seit einiger Zeit extrem gut gelaunt, scheint voller Energie und redet ohne Pause. Vielleicht erzählt sie auch voller Begeisterung von ganz ungewöhnlichen Ideen oder gibt sehr viel Geld aus.
  • Dein Vater erwähnt Dinge oder Stimmen, die er sieht oder hört und die alle anderen nicht sehen oder hören.
  • Deine Mutter fühlt sich verfolgt und sagt Dinge, die alle anderen nicht verstehen. Oder sie ist sehr ängstlich geworden und glaubt ständig, dass etwas Schlimmes passieren wird.
  • Dein Vater ist in letzter Zeit meist unruhig, nervös oder angespannt.
  • Nach der Schule, der Uni oder Arbeit willst du gar nicht nach Hause gehen, weil du nicht weißt, was dich dort erwartet.

Wenn du deinen Vater oder deine Mutter bei einem oder mehreren der genannten Punkte wiedererkennst, dann könnte das ein Hinweis sein, dass eine psychische Krise oder eine psychische Erkrankung vorliegt. Wir möchten aber hier noch einmal darauf hinweisen, dass nicht automatisch eine psychische Erkrankung vorliegt, wenn einer der Punkte zutrifft. Es kann auch andere Gründe dafür geben.

Zum Seitenanfang

Wer ist schuld daran, dass meine Mutter oder mein Vater erkrankt ist?

Ganz wichtig ist:

Du bist NICHT schuld, dass dein Vater oder deine Mutter krank geworden ist!

Bis heute gibt es keine einfache Erklärung, warum ein Mensch psychisch erkrankt. Denn fast immer scheinen dabei mehrere Punkte eine Rolle zu spielen. Nachlesen kannst du das auf der Seite Ursachen.

Zum Seitenanfang

Warum ist meine Mutter oder mein Vater krank geworden?

Es gibt verschiedene Punkte, die bei der Entstehung einer psychischen Erkrankung zusammenspielen können. Es spielt bei der Entstehung einer psychischen Erkrankung nicht nur einer der Punkte eine Rolle, sondern immer mehrere:

  • Die seelische Verletzlichkeit einer Person (manche Menschen sind verletzlicher und  empfindsamer als andere).
  • Die Erlebnisse, die eine Person im Laufe ihres Lebens hat und die Erfahrungen, die sie macht.
  • Die Umgebung und das Umfeld in der eine Person aufwächst, lebt oder arbeitet.
  • Der genetische (biologische) Anteil, den die Person vererbt bekommt

Genauer nachlesen kannst du das auf der Seite Ursachen

Zum Seitenanfang

Was können die Erkrankten tun, um wieder gesund zu werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Therapie 

  • Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die helfen können, dass der Patient sich wieder besser fühlt und sein Verhalten sich wieder normalisiert.
  • Die Patientin kann regelmäßig in Psychotherapie gehen. Diese kann ihr dabei helfen, Lösungen für Probleme zu finden, sich wieder stärker zu fühlen und den Anforderungen im Leben besser gewachsen zu sein.
  • Die erkrankte Person kann in sogenannten Selbsthilfegruppen andere Menschen treffen, die die gleiche Krankheit haben, und mit ihnen darüber reden. Oft hilft es, wenn man erlebt, dass man nicht der oder die Einzige ist, der oder die an einer psychischen Erkrankung leidet. Man kann sich austauschen und gegenseitig unterstützen.
  • Deine erkrankte Mutter oder dein erkrankter Vater hat die Möglichkeit, sich im Krankenhaus (Abteilung Psychiatrie) für einige Zeit stationär aufnehmen zu lassen, um wieder zu Kräften zu kommen.
  • Es gibt verschiedene Projekte bei denen deine erkrankte Mutter, dein erkrankter Vater wieder üben kann besser im Alltag zu recht zu kommen. Sich beispielsweise wieder besser konzentrieren zu können, einen geregelten Tagesablauf zu haben oder mit anderen Menschen zusammen zu sein.

Zum Seitenanfang

Wird mein Vater oder meine Mutter wieder gesund?

Die meisten Menschen werden nur einmal in ihrem Leben psychisch krank und danach nicht wieder. Es gibt aber auch Menschen, die immer wieder erkranken und zwischendurch gesund sind. Und schließlich kann es auch sein, dass jemand eine lange Zeit erkrankt ist. Aber auch in diesen Fällen kann es wieder zu Besserungen kommen.

Dabei spielen mehrere Punkte eine Rolle:

  • was die betroffene Person bisher erlebt hat,
  • wie alt sie ist,
  • wann und wie schwer die Krankheit begonnen hat,
  • welche Unterstützung und Therapien es gibt,
  • wie die betroffene Person selbst mit der Erkrankung umgeht.

Zum Seitenanfang

Kann ich die Erkrankung auch bekommen?

Jeder Mensch kann psychisch krank werden. Ob es tatsächlich dazu kommt, dass jemand psychisch krank wird, hängt von verschiedenen Punkten ab. Mehr dazu findest du auf der Seite Ursachen.
Wenn deine Mutter oder dein Vater erkrankt ist, heißt das aber NICHT, dass du auch erkrankst!  Dein Risiko ist aber möglicherweise etwas höher als bei anderen.

Einer der Punkt, warum es zu einer psychischen Krise oder Erkrankung kommen kann, ist, wie viele Belastungen ein Mensch in seinem Leben erlebt hat oder auch gerade erlebt. Und ob er gut für sich sorgt und darauf achtet, dass es auch immer genügend Erholungszeiten gibt. Deshalb ist es für uns alle besonders in schwierigen Zeiten wichtig darauf zu achten, dass es immer auch Dinge gibt, die uns gut tun. Das gilt natürlich auch für dich, wenn du durch die Erkrankung deines Elternteils gerade belastende Zeiten erlebst. Tipps, was du für dich tun kannst, gibt es im Bereich  Für mich

Zum Seitenanfang

Was kann ich tun, damit es mir besser geht?

Eines ist klar: Du tust schon eine ganze Menge, indem du den oft schwierigen Alltag mit deinem erkrankten Elternteil bewältigst. Hier ein paar Gedanken dazu, was dir helfen könnte:

  • Mit jemanden darüber reden.
  • Nur so viel tun, wie du dir zutraust.
  • Dir Zeit nehmen für das, worauf du Lust hast.
  • Auf deine Gefühle Acht geben. Sie sind ein wichtiger Hinweis, was dir gut tut und was nicht.
  • Unterstützung suchen (bei Freundinnen, bei deinem Lehrer, bei den Großeltern, bei Eltern eines guten Freundes oder Freundin, bei Arbeitskollegen oder in einer Beratungsstelle.
  • Weitere Tipps findest du im Bereich Für mich

Zum Seitenanfang

Darf ich über die psychische Erkrankung meines Elternteils reden?

Es ist wichtig, dass jeder einen Menschen hat, mit dem er über belastende Dinge und über seine Sorgen reden kann. Auch für dich! Warum? Weil es gut tut. Und weil sonst die Last, die du  mit dir alleine herumträgst zu groß wird.

Es kommt darauf an, dass du dich bei diesem Menschen wohl fühlst. Möglicherweise ist das bei einem Freund, bei deiner Lehrerin, deinen  Großeltern, bei einer Arbeitskollegin oder bei einem Bekannten.
Vielleicht möchtest du dich auch mit anderen austauschen, dann findest du dazu eine Möglichkeit in unserem Forum. Und im Bereich Für mich  sind Anlaufstellen für Beratung und Selbsthilfegruppen aufgelistet. 

Zum Seitenanfang

Kann ich meiner Mutter oder meinem Vater helfen?

Du wünschst dir sicher oft, dass dein erkrankter Elternteil wieder gesund wird. Viele Kinder denken, dass es hilft, wenn sie zuhause besonders viel mithelfen oder sehr leise sind und wenig auffallen. Das stimmt nicht!

Leidet deine Mutter/dein Vater an einer psychischen Erkrankung, ist eine Behandlung durch Ärztinnen, Psychologen und /o der Psychotherapeutinnen wichtig! Sehr wahrscheinlich wird die betroffene Person auch Medikamente nehmen müssen.

Dein Verhalten hat nichts damit zu tun, ob dein Vater oder deine Mutter gesünder oder kränker wird!

Zum Seitenanfang

 

Auf diesen Seiten werden abwechselnd einmal die männliche und einmal die weibliche Form gebraucht (Vater / Mutter, Arzt / Ärztin, Patient / Patientin, Therapeut / Therapeutin, ….). In allen Fällen sind immer beide Geschlechter gemeint.

Onlineberatung HPE