Persönlichkeitsstörungen (PST)

Der Begriff Persönlichkeit umfasst die einzigartigen Eigenschaften einer Person, die sie von allen anderen unterscheiden. Durch die Persönlichkeit sollte sich ein Mensch als eigenständiges Wesen erkennen können und sich in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen zurechtfinden. Unsere Persönlichkeit ermöglicht uns auch, uns an Veränderungen im Leben anpassen zu können.

Wie zeigt sich eine Persönlichkeitsstörung?

Normalerweise kann ein Mensch einigermaßen einschätzen, wer er ist, was er sich zutrauen kann und welches Verhältnis er zu anderen Menschen hat. Normalerweise kann ein Mensch sich auch halbwegs treffend beschreiben.

Von einer Störung der Persönlichkeit spricht man dann, wenn das nicht gut gelingt. Wenn also beispielsweise die Beziehungen, Freundschaften oder Partnerschaften, die ein Mensch zu anderen Personen hat, sehr stark schwanken. Oder wenn er seinen Arbeitsplatz ständig wechselt. Oder wenn die Art und Weise, wie ein Mensch sich selbst sieht, wie er über sich selbst denkt und welche Gefühle er dabei hat, sich andauernd ändert. Das liegt vor allem am geringen Selbstwert, den diese Person hat.

Weitere Symptome

Es kann sein, dass diese Person sich völlig überschätzt und über die Maßen in sich selbst verliebt ist und sich dabei anderen gegenüber sehr abwertend verhält. Es kann aber auch das genaue Gegenteil der Fall sein: Dass sich dieser Mensch gar nichts zutraut und völlig hilflos ist und auch große Angst hat, von anderen verlassen zu werden. Gleichzeitig kann er aber die Nähe zu anderen Personen nicht gut aushalten. Und manchmal schwanken diese genannten Punkte auch sehr rasch in kurzer Zeit. Bei dieser Erkrankung kann die betroffene Person in einem Moment sehr liebenswürdig und im nächsten Moment sehr wütend und abwertend sein.

Die Stimmungen der erkrankten Person schwanken oft sehr stark. Das Denken ist aber meistens sehr starr – es ist nur in „gut – böse“ und „schwarz – weiß“ eingeteilt. Das äußert sich darin, dass sie beispielsweise Ideen oder Personen sehr schnell bewundert und für total gut hält. Entspricht aber eine Kleinigkeit nicht ganz ihren Erwartungen, dann werden diese Ideen oder Personen sofort sehr schlecht gemacht und für „böse“ gehalten. Manchmal können die erkrankten Menschen Kritik und die Meinung anderer nicht gut aushalten.

Leben mit einer Persönlichkeitsstörung

Menschen, die an einer Persönlichkeitsstörung erkrankt sind, kommen auch oft mit ihren Gefühlen nicht gut zurecht. Sie spüren sie nicht und fühlen sich ganz leer. Oder sie werden ganz plötzlich und sehr heftig von Gefühlen wie Angst, Wut und Schmerz überfallen, die sie dann an sich selbst oder anderen auslassen. Sie fallen oft durch ihr wildes und verletzendes Verhalten auf.

Diese starken Stimmungsschwankungen und das rasche Wechseln zwischen gut und böse machen das Zusammenleben mit der erkrankten Person sehr schwierig.

Es gibt jedoch große Unterschiede, wie schwer jemand an einer Persönlichkeitsstörung erkrankt ist. Manche Betroffene meistern ihren Alltag gut und die Stimmungsschwankungen sind nicht so stark. Bei anderen sind die Schwierigkeiten so groß, dass sie nicht fähig sind arbeiten zu gehen. Das bedeutet eine große Belastung für die Familie.

Die meisten erkrankten Personen leiden unter ihren Schwierigkeiten. Es fällt ihnen allerdings schwer, ihr eigenes Verhalten als Problem zu erkennen. Häufig machen sie ihre Mitmenschen dafür verantwortlich, Schuld an ihrem Leiden zu sein. Es dauert daher oft lange, bis eine erkrankte Person einsieht, dass sie Behandlung braucht.

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