Depression & Manie

Depression und Manie gehören zu den affektiven Störungen und sind die häufigsten psychischen Erkrankungen. Unter den affektiven Störungen sind alle psychischen Erkrankungen zusammengefasst, bei denen hauptsächlich eine Veränderung in der Stimmung bemerkt wird.

Wir alle sind manchmal sehr niedergeschlagen, traurig oder auch überglücklich. Das ist ganz normal und gehört zu unserem Leben. Bei affektiven Störungen ist die Stimmung aber über längere Zeit und in einem sehr großen Ausmaß verändert. Zu ihnen werden vor allem die Depression, die Manie und die bipolaren Erkrankungen gezählt.

Depressionen

Den Begriff „depressiv“ verwenden wir so selbstverständlich, dass wir damit oft auch jemanden bezeichnen, der sich vorübergehend in einer gedrückten Stimmung befindet, wie wir sie alle kennen.
Von einer Depression als Erkrankung kann man aber nur dann sprechen, wenn die Beschwerden nicht nur ein momentanes Stimmungstief sind und über längere Zeit vorliegen.

Beschwerden einer Depression

Die wichtigsten Beschwerden bei einer Depression sind die niedergeschlagene Stimmung, der Verlust an Freuden und Interessen und eine Störung des Antriebes. Dinge, die früher Spaß gemacht haben, bereiten keine Freude mehr, und die betroffenen Erkrankten können sich nur sehr schwer zu den gewohnten Tätigkeiten aufraffen. Selbst Tätigkeiten wie Körperpflege, sich anziehen oder einkaufen und den Haushalt erledigen, können zu einer großen Kraftanstrengung werden. Ein schwer depressiver Mensch fühlt sich manchmal wie versteinert, einfach alles erscheint gleichgültig. Er empfindet nichts mehr für irgendjemanden – nicht einmal für die engsten Familienmitglieder.

Depressive Menschen haben oft auch das Gefühl, nichts mehr wert zu sein, sind sehr ängstlich und haben keine Hoffnung mehr. Manchmal glauben sie auch, an allem, was in ihrer Umgebung schief läuft, schuld zu sein.

Bei einigen Erkrankten geht auch der Appetit verloren und sie haben Konzentrations- oder Schlafstörungen. Manche von ihnen haben während dieser Zeit auch Gedanken, sich das Leben zu nehmen.

Manie

Die Manie beschreibt das andere Ende unserer Gefühlslandschaft. Menschen, die an einer Manie erkrankt sind, sind voller Tatendrang und Energie und ihre Stimmung ist extrem gehoben. Sie machen oft die Nacht zum Tag und reden ohne Pause. Sie haben tolle Pläne und Ideen, beginnen viel, machen aber nichts fertig. Oft geben sie auch sehr viel Geld für unsinnige Sachen aus, die sie sich gar nicht leisten können. Das ist meist für alle anderen Familienmitglieder sehr anstrengend.

Die Erkrankten begeben sich manchmal in gefährliche Situationen und missachten Regeln und gute Manieren.
Ist man mit dem Verhalten der betroffenen Erkrankten nicht einverstanden und weist sie darauf hin, reagieren sie oft gereizt oder aggressiv.

Zu Beginn einer Manie fühlen sich die Erkrankten meist sehr gut. Sie haben nicht das Gefühl, dass etwas schief läuft und können die Sorgen der anderen nicht verstehen. Diese Begeisterung endet aber oft in einer großen Erschöpfung und tiefen Verzweiflung.

Bipolare Erkrankungen

Bei einer bipolaren Erkrankung treten Depression und Manie abwechselnd auf. Bipolar meint: Die Stimmung schwankt zwischen „zu Tode betrübt“ und „himmelhoch jauchzend“.

Eine bipolare Erkrankung kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich verlaufen. Manche erleben nur ein oder zwei Erkrankungsphasen, in denen sie so verändert sind. Andere dagegen erkranken mehrmals und die Dauer der Depression und der Manie kann unterschiedlich lang sein. Das können ein paar Tage, Wochen oder sogar Monate sein. Zwischen den Zeiten der Erkrankung gibt es meist Zeiten ohne Beschwerden, die auch sehr unterschiedlich lang sein können. Einige Menschen haben zwischen ihren Erkrankungsphasen mehrere Jahre keine Beschwerden. Bei anderen sind es wiederum nur ein paar Wochen oder Monate.

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